Konzertkritik – John Eliot Gardiner entfesselt im Musikverein Verdi-Requiem

Da hat sich der Komponist solche Mühe gegeben. Legionen von Pianissimos, viele dreifache und einige vierfache Pianos eskortieren den Weg zur ewigen Ruhe in seinem Requiem. Fallweise fleht er sogar: “estremamente piano”, und “il più piano possibile”. Doch Werktreue scheint John Eliot Gardiner mittlerweile nur mehr bedingt zu interessieren. Selbst in den kontemplativen Abschnitten des Verdi-Requiems schmetterte er im Musikverein die meisten Bitten um leise Töne ab. Sei es im Recordare, im Ingemisco, im Domine Jesu und anderen Teilen: Der 75-Jährige ruderte energisch herum, wühlte auf und feuerte an, wo Besinnung und Intimität angebracht gewesen wären. ...

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